PAVK



PAVKDie PAVK – periphere arterielle Verschlusskrankheit – ist eine Durchblutungsstörung der Arterien, von der vorrangig die Extremitäten betroffen sind. Die Arterien sind in der Regel durch Arteriosklerose eingeengt oder gar verschlossen, selten ist auch die Hauptschlagader betroffen. Laut gängiger Definition betrifft die periphere arterielle Verschlusskrankheit die Extremitäten, es gibt aber auch eine allgemeinere Bezeichnung als zentrale AVK (arterielle Verschlusskrankheit), von der dann auch andere Organe wie Nieren, Herz und Hirn (mit Schlaganfallfolge) betroffen sind. Daher wird eine Abgrenzung zwischen PAVK und AKV empfohlen.

Ursachen und Symptome der PAVK

Hauptursächlich (zu rund 95 Prozent) ist eine Arteriosklerose, die eine oder mehrere Arterien schleichend verschließt. Seltener können auch arterielle Entrapment-Syndrome (Durchblutungsstörung des Unterschenkels) oder Gefäßentzündungen eine periphere arterielle Verschlusskrankheit verursachen. Die Symptome zeigen sich erst spät, lange sind die Patienten beschwerdefrei. Später folgen:

  • belastungsabhängige Schmerzen
  • Schwäche
  • blasse, kalte Haut an den betroffenen Extremitäten
  • Einschränkung der Gehstrecke bis zum Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit)
  • Gangrän (gewebsfressendes Geschwür, amputationspflichtig)

Die Symptome werden leider oft zu spät richtig gedeutet, was das Herz- und Hirninfarktrisiko deutlich erhöht. Die Todesrate liegt daher bei zu später Therapie in einer Region um 75 Prozent. Immerhin sollen rund 4,5 Millionen Deutsche von der Krankheit betroffen sein. Als Risikofaktoren gelten:

  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen wie Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie
  • seltener genetische Faktoren

Gerade weil die Risikofaktoren weniger im Erbgut vermutet werden, können alle Menschen den Ursachen in einem großen Umfang vorbeugen.

Stadien und Therapie

Die Symptomatik nimmt im Krankheitsverlauf zu, danach werden die verschiedenen Stadien der Verschlusskrankheit eingeteilt, wobei es unterschiedliche Klassifikationen (Fontaine, Rutherford) gibt. Die im deutschsprachigen Raum eher verbreitete Fontaine-Klassifikation benennt als Stadien:

  • Stadium I: symptomlos
  • Stadium II: Schmerzen beim Gehen, zunächst bei Strecken über 200 Meter (Stadium IIa), dann bei Strecken unter 200 Meter (Stadium IIb)
  • Stadium III: Ruheschmerzen
  • Stadium IV: Nekrose und Gangrän, hier nochmals Unterteilung in IVa: trocken und IVb: bakteriell, feucht

Manche Ärzte nutzen auch hierzulande die Definition nach Rutherford, die etwas mehr differenziert und die Abschnitte etwas verschiebt. Für die Therapie der Erkrankung müssen betroffene Patienten zunächst sämtliche Risikofaktoren – unter anderem das Rauchen – ausschalten, den Blutdruck einstellen, angemessen mit Diabetes umgehen und Sport treiben. Auch ein Gehtraining wird verordnet. Medikamentös werden Acetylsalicylsäure, vasoaktive Substanzen und Antikoagulanzien zur Gerinnungshemmung gegeben, operativ kommen Stents und Bypässe infrage.



Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Information und ersetzen in keinster Weise einen ärztlichen Rat!